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Venture Capital Panel: Mehr neue Beteiligungen – Plus bei Börsengängen und Trade Sales – Jeder zweite Investor steckt im Fundraising
VDI nachrichten, München, 28. 10. 05 –
Aufschwung auf dem Wagniskapitalmarkt: Die deutschen Spezialfinanzierer pumpten im dritten Quartal wieder mehr Geld in junge Hightech-Firmen. Erfolgreiche Börsengänge heizen die gute Stimmung an – so das Ergebnis des aktuellen Venture Capital Panels.
Die Venture Capital Szene hierzulande ist wieder in Bewegung. Wer die Branche in Deutschland vor Jahren totgesagt hat, wird jetzt eines Besseren belehrt“, so kommentiert Götz Hoyer, Partner der Münchener FHP Private Equity Consultants, die Ergebnisse des aktuellen Venture Capital Panels für das dritte Quartal des Jahres. Die Zahlen, die FHP bei 41 führenden deutschen Wagnisfinanzierern ermittelt hat, sprechen tatsächlich eine eindeutige Sprache:
– Fast 90 Mio. € investierten die Panelteilnehmer im abgelaufenen Quartal, ein Plus von 20 % gegenüber dem Vorquartal. In Syndizierung mit weiteren (deutschen oder ausländischen) Investoren wurden von Juli bis September insgesamt 250 Mio. € für Wagnisfinanzierungen aufgebracht. Das durchschnittliche Investment pro Beteiligung lag bei 1,5 Mio. €.
– Die Zahl der Beteiligungen stieg gegenüber dem Vorquartal um sechs auf 58. Höchst erfreulich für ganz junge Start-ups: Die so genannten A-Runden, also die erstmalige VC-Finanzierung eines Unternehmens, haben wieder deutlich zugenommen. Neun deutsche Hightechs wurden erstmals mit Venture Capital ausgestattet – der höchste Wert seit zwei Jahren. Besonderes Augenmerk auf Newcomer legte die Hamburger Dr. Neuhaus Techno Nord, die drei A-Runden abschloss.
– Die meisten Beteiligungen überhaupt meldete Target Partners aus München mit sechs Deals. Auf den weiteren Plätzen folgen Techno Nord (fünf Investments), Wellington (vier) und Earlybird (vier).
– Besonders attraktiv für Investoren bleibt Software. 14 Deals stammen aus dieser Branche. Auf dem zweiten Platz landete die Biotechnologie mit zwölf Investments. Danach klafft eine große Lücke. Der Telekommunikation reichten fünf neue Beteiligungen für den dritten Platz. Das meiste Kapital floss mit rund 18 Mio. € erstmals in den Energie-Sektor, konkret in die Solarbranche.
– Wo wurde investiert? Etwa jede fünfte Beteiligung entfiel auf Bayern, gefolgt von Berlin (14 %), Baden-Württemberg (12 %), NRW (9 %) und Hamburg (9 %). Ein Viertel der Investments wurde im Ausland getätigt.
– Positiv die Entwicklung bei den Exits: Die Panelteilnehmer führten fünf Beteiligungen an die Börse. In sechs Fällen verkauften Wagnisfinanzierer ihre Anteile an Portfoliofirmen nach einem früheren Börsengang. Hinzu kamen zehn Trade Sales, also Verkäufe an Industrieunternehmen. Die Zahl der Abschreibungen ging auf sieben zurück. VC-Experte Hoyer: „Der Rückgang zeigt, dass die Konsolidierung der Beteiligungsportofolios weitgehend abgeschlossen ist. Die Abschreibungen pendeln sich auch in Deutschland wieder auf einem normalen Niveau ein.“
Aufgrund des günstigen Börsenklimas rechnen die befragten VC-Gesellschaften mit einer Fortsetzung des positiven Trends. Innerhalb der nächsten sechs Monate werden rund zehn weitere Börsengänge und etwa 30 Trade Sales erwartet. „Wenn es so käme, wäre dies für die deutsche VC-Industrie eine extrem positive Entwicklung. Es würde helfen, institutionelle Investoren, wie Banken oder Versicherungen, von den Chancen der Anlageklasse Venture Capital zu überzeugen“, analysiert FHP-Partner Götz Hoyer.
Wichtig erscheint dies vor allem für das Fundraising, das bei den meisten deutschen Wagnisfinanzierern derzeit ansteht. Rund die Hälfte der befragten Gesellschaften ist bereits dabei, frisches Geld für einen neuen Fonds einzusammeln oder hat erste Schritte dazu eingeleitet (Pre-Marketing-Phase). Ein Viertel wird kurz- oder mittelfristig folgen.
Im Durchschnitt wird dabei ein Fondsvolumen von 108 Mio. € angestrebt. Nur jeder vierte deutsche Wagnisfinanzierer sieht in den kommenden drei Jahren keine Notwendigkeit, Kapital einzuwerben.
P. SCHWARZ

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