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Roland Manger ROLAND MANGER
Managing Partner
München
schreibt für
Financial Times Deutschland
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31.03.2008   Was lange währt …
 

Anbieter für Unternehmenssoftware sind für VCs häufig nicht interessant. Die Ausnahmen bestätigen die Regel. Vielleicht ändert sich diese Regel aber bald mit Hilfe neuer Technologie.

Das war eine E-Mail nach meinem Geschmack. Sie kam gerade vom Chef einer unserer Beteiligungen in den USA. Das Unternehmen liefert Software für Sachversicherer und hilft, alle Geschäftsprozesse von der Geschäftsanbahnung über den Verkauf bis zum finalen vertraglichen Abschluss zu automatisieren. Für Versicherungsunternehmen ist dies eine der komplexesten Aufgaben und damit bei organisatorischen Veränderungen mit hohen Risiken und Kosten verbunden. Wenn man es aber erfolgreich anpackt, steigt die Rentabilität des Versicherungsbetriebs enorm.

Große Versicherungsunternehmen verbringen damit gut und gerne zwei bis drei Jahre und zig bis hunderte Millionen Dollar. Unser Unternehmen in den USA hat nun zum ersten Mal in der Geschichte der Branche ein solches Projekt für einen Kunden innerhalb von sechs Wochen komplett durchgezogen und erfolgreich abgeschlossen. Der Kunde ist zwar kein großer Versicherungskonzern aber trotzdem zeigt unser Beispiel welche dramatischen Veränderungen möglich sind, wenn alte Systeme komplett durch wirklich moderne Internet-basierte Software ersetzt werden.

Das bringt selbst uns dazu noch einmal unsere Investitionsstrategie zu überdenken. An dieser Stelle habe ich noch vor Wochen erklärt, dass uns komplette Software-Systeme für Unternehmen nicht interessiert.
Bisher gingen wir davon aus, dass Unternehmenssoftware ein Geschäftsmodell mit "angezogener Handbremse" verfolgt. Man braucht lange um ein Unternehmen davon zu überzeugen die Software zu kaufen und verbringt ewig damit die Software dort einzuführen und kann deswegen nicht innerhalb von kurzer Zeit beliebig viel absetzen. Die Konsequenz: relativ wenig wertvolle Lizenzumsätze mit hoher Marge gegenüber relativ viel langweiligem Dienstleistungsgeschäft mit wenig Gewinn.

Wenn es aber nun möglich wäre ein eigentlich teures und komplexes Softwareprodukt mit wenig Aufwand und ohne hohen eigenen Umsetzungsaufwand einzuführen, so würde sich das Verhältnis zugunsten schnell wachsender Lizenzeinnahmen umdrehen.

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, aber ich glaube ich werde mir bestimmte Themen im Bereich Unternehmenssoftware in Zukunft vielleicht wieder häufiger ansehen.

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