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Roland Manger ROLAND MANGER
Managing Partner
München
schreibt für
Financial Times Deutschland
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10.03.2008   Geld verdienen mit der Rettung der Welt ?
 

Es ist en vogue, in so genannte Clean-Tech-Unternehmen zu investieren. Aber ähnlich wie beim ersten Internet-Boom muss man sauber Spreu von Weizen trennen und sich vor allem Gedanken über die Geschäftsmodelle machen.

Das Internet boomt an allen Ecken und Enden. Es fühlt sich an wie 1999: irgendjemand gründet in der Garage eine neue Firma, bringt sie im Internet groß heraus, verkauft kurze Zeit später für zig oder hunderte Millionen an Google, Yahoo oder Murdoch und feiert danach seinen 24. Geburtstag.

Während der Web-2.0-Boom in aller Munde ist, vollzieht sich parallel dazu eine ähnliche Entwicklung, die in der breiten Öffentlichkeit nicht ganz so bekannt ist, uns VCs und andere Investoren aber mindestens genauso interessiert.

Manche reden schon von der Clean-Tech-Blase, aber auch wenn man dem so nicht zustimmt, muss man zumindest zugestehen, dass alternative Energien, Umweltverfahren und alles was sonst noch zur Rettung des Planeten beiträgt, bei Investoren hoch im Kurs steht. Landauf, landab und auf beiden Seiten des großen Teiches folgt eine Clean-Tech-Investorenkonferenz der anderen.

Investoren melden sich zuhauf an, in der Hoffnung auf Startups zu treffen, welche die bekannten Energie- und Umwelttrends zur Wertmaximierung nutzen können. Das Interesse ist so groß, dass man dort fast nur Investoren und kaum Clean-Tech-Firmen findet. Wird dann investiert, so geschieht dies meist zu deutlich höheren Bewertungen als bei anderen Technologieunternehmen in vergleichbaren Entwicklungsphasen.

Wir standen diesem Phänomen bisher eher skeptisch gegenüber: viele Themen aus dem Bereichen alternative Energien und Umwelttechnik waren nur unter Zuhilfenahme von massiven Subventionen wirtschaftlich zu betreiben und erforderten Investitionen in Produktionsanlagen, die bei weitem den Rahmen eines klassischen VC-Investments gesprengt hätten.

Mit der Zeit jedoch gibt es immer mehr Business-Pläne die nicht mehr die 37. bessere Solarzelle oder den 15. Biomassereaktor zum Gegenstand haben, sondern klassische High-Tech- oder Internet-Ansätze mit Anwendungen in der Energie- oder Umweltwirtschaft verbinden.

Mit großer Spannung verfolgen wir die Möglichkeiten, die moderne Software und Kommunikationstechnik unter dem Stichwort "Smart Grid" den Betreibern von Elektrizitätsversorgungsnetzen bieten. Diese erlauben ihren Kunden und sich selbst, signifikant Strom zu sparen und neue Geschäftsmodellel umzusetzen.

Die immer komplexere Welt von Subventionen, Verordnungen, Finanzierungsangeboten und Einspeisungsmöglichkeiten für kommerzielle und private Nutzer von Photovoltaik- und Windkraftanlagen schafft die Notwendigkeit, alle Anbieter von Produkten und Dienstleistungen intelligent im Internet miteinander zu verbinden und Entscheidungsunterstützungssysteme auch für Laien anzubieten. Ähnlich wie es Interhyp (ein ursprünglich von Earlybird finanziertes Unternehmen) bei der Hypothekenfinanzierung mit Online-Hypothekenrechnern getan hat.

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