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In den vergangenen Jahren haben sich VC-Gesellschaften in Deutschland vor allem mit sich selbst beschäftigt. Jetzt gibt es erste Zeichen für Veränderungen.
In der Vergangenheit habe ich an dieser Stelle häufig darüber gejammert, wie wenig in Deutschland in Sachen frühzeitiger Venture-Capital-Finanzierung passiert. Auch wenn das Muster sich insgesamt noch nicht geändert hat, so gibt es doch erste Anzeichen für eine Verbesserung der Situation.
Die Private-Equity Beratungsgesellschaft FHP in München veröffentlicht jährlich und quartalsweise einen Bericht über den Zustand des Venture-Capital-Sektors in Deutschland. Gerade eben hat sie Bilanz für 2007 gezogen:
Insgesamt wurden wieder mehr VC-Beteiligungen eingegangen (364 im Jahr 2007 versus 334 im Jahr 2006). Besonders wichtig dabei ist aber, dass endlich wieder mehr Erstinvestments (195) als Folgeinvestments (169) abgeschlossen wurden. 148 Unternehmen davon haben überhaupt zum ersten Mal Venture-Capital erhalten.
Die Jahre zuvor kümmerten sich VC-Gesellschaften in Deutschland hauptsächlich um ihre bestehende Brut und fütterten häufig Finanzierungsrunde für Finanzierungsrunde kränkelnde Kinder durch. Für neue Beteiligungen blieb keine Zeit. Dazu passt das besonders niedrige Verhältnis von Abschreibungen im Vergleich zu neuen Investments und eine steigende und relativ hohe Zahl an erfolgreichen Exits (113 im Jahr 2007 gegenüber 90 im Jahr 2006).
Auffallend ist jedoch auch, dass der Venture-Capital-Sektor in Deutschland immer noch sehr von öffentlichen Finanzierungsimpulsen abhängig ist. Bei 41 Prozent der Finanzierungen waren öffentliche Kapitalgeber wie etwa der High Tech Gründerfonds oder der ERP-Startfonds beteiligt. Insgesamt ist das Finanzierungsvolumen der öffentlichen Investoren um 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Während das Gesamtinvestitionsvolumen der befragten privaten VC-Gesellschaften um 2 Prozent zurückging (trotz höherer Anzahl von Transaktionen).
Die regionale Verteilung der Investments hat nicht überrascht: 22 Prozent gingen nach Bayern, 15 Prozent nach Berlin, 12 Prozent nach NRW und 8 Prozent nach Baden-Württemberg. Warum Berlin? Der Großraum Berlin ist schon lange einer der interessantesten Technologiecluster in Europa. Zwar gibt es dort kaum Großunternehmen, aber Forschung und Entwicklung, vor allem in den Bereichen Telekommunikation und Biotechnologie, ist weit entwickelt. Zudem ist die Stadt attraktiv für kreative junge Köpfe aus aller Welt, was sich in einer sehr regen Internet-Szene niederschlägt.
Es geht aufwärts, wenn auch erst langsam. Intelligente staatliche Flankierung ist aber weiterhin gefragt.
enable.ftd.de/die-stimme-des-geldes/2008/03/03/auf-dem-weg-nach-oben/
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