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25.04.2008
  Venture Capital Panel: Ergebnisse des 1. Quartals 2008 – Weniger Beteiligungen an Technologiefirmen
 

Flaute auf dem deutschen Wagniskapitalmarkt

VDI nachrichten, Düsseldorf, 25. 4. 08, ps –
Hightech-Gründer schauen immer häufiger in die Röhre. Die Zahl der wagnisfinanzierten Projekte geht zurück, fast
jeder zweite Investor hat von Januar bis März nicht ein einziges Start-up angeschoben, so das Venture Capital Panel
für das 1. Quartal 2008.

Enttäuschender Auftakt: In den ersten drei Monaten des Jahres sind die führenden deutschen Venture-Capital-Gesellschaften lediglich 80 Beteiligungen eingegangen. Im Vorquartal waren es noch 91 gewesen. Zu diesem Ergebnis kommt das aktuelle Venture Capital Panel, das die
VDI nachrichten gemeinsam mit der Münchener Beratungsgesellschaft FHP Private Equity Consultants vierteljährlich durchführen.

Insgesamt pumpten die 33 befragten Panelteilnehmer 136 Mio. € in junge Technologiefirmen. Gegenüber dem letzten Quartal 2007 bedeutet dies zwar ein Plus von fast 30 Mio. €, aber die positive Entwicklung täuscht. Wenige Mega-Deals der Düsseldorfer Ventizz Capital Partners hellen das ansonsten trübe Bild auf (siehe Grafik).

Zu den aktivsten Investoren gehörten neben Ventizz Wellington Partners mit sieben Beteiligungen und einem investierten Kapital von 13,6 Mio. € sowie holtzbrinck networXs mit ebenfalls sieben Beteiligungen aber nur 3,1 Mio. € Investitionsvolumen.

Auch bei den öffentlichen Investoren, wie etwa der KfW-Bankengruppe, dem High-Tech Gründerfonds und BayernKapital ging die Anzahl der Beteiligungen von 37 (4. Quartal 2007) auf jetzt 30 zurück. Statt 17 Mio. € wurden zuletzt nur noch 11 Mio. € investiert.

Erstmals floss in den Cleantech-Sektor das meiste Geld. Acht Unternehmen erhielten 54 Mio. €. Davon wurden allein 48 Mio. € in den Bereich Photovoltaik investiert. Die meisten Investments wurden jedoch in Unternehmen aus den Branchen Software (18 Beteiligungen) und Biotechnologie (16 Beteiligungen) vorgenommen.

Besonders profitierten Unternehmer aus Bayern. 24 % aller Investments erfolgten in Unternehmen aus dem Freistaat. Auf die Plätze zwei und drei kamen Berlin mit 19 % und NRW mit 13 % aller Beteiligungen.

Einen Knick gab es bei dem Verkauf von Beteiligungen: Nachdem im Schlussquartal 2007 noch 28 erfolgreiche Exits gemeldet wurden, gelangen im 1. Quartal 2008 nur noch 16 Unternehmensverkäufe. Sechs davon entfielen auf Trade Sales. Börsengänge waren aufgrund der schwierigen Situation an den Aktienmärkten nicht möglich. Die Anzahl der Abschreibungen verdoppelte sich von zuletzt drei auf sechs.

Wie steht es um die Ertragslage deutscher Wagniskapitalfonds? Die meisten, meist kleineren Fonds erzielten bislang keine Rendite oder wollten keine Aussage dazu machen. Die besten deutschen Investoren jedoch brauchen sich hinter der Konkurrenz aus den USA nicht zu verstecken: Sie erwirtschafteten nach eigenen Angaben eine Rendite von gut 23 % auf die von ihnen verkauften Unternehmensbeteiligungen. Das eingesetzte Kapital wurde mit dem 2,5-fachen nach durchschnittlich vier Jahren zurückgezahlt.

Wesentlicher Grund hierfür war das lange Zeit positive Klima für Firmenverkäufe: 2007 wurden so viele Unternehmen an die Börse gebracht und an strategische Investoren verkauft (Trade Sales) wie seit neun Jahren nicht mehr.ps



   


 
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