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Weniger Kapital für deutsche Hightech-Gründer
VDI nachrichten, Düsseldorf, 27. 7. 07, ps –
Auch im zweiten Quartal des Jahres hielten sich die deutschen Wagnisfinanzierer mit Kapitalzusagen zurück. Am stärksten gefragt sind Biotech-Firmen und Softwarehäuser.
Zu diesem Ergebnis kommt das aktuelle Venture Capital Panel der VDI nachrichten und der Consultingfirma FHP.
Frisches Geld für Gründer bleibt auf dem deutschen Markt weiter knapp: Im zweiten Quartal des Jahres pumpten deutsche Wagnisfinanzierer nur noch gut 100 Mio. € in junge Hightech-Firmen – rund ein Achtel weniger als im ersten Quartal 2007. „Es zeigt sich jetzt, dass viele Fonds nur noch über begrenzte Mittel verfügen. Viele Gesellschaften sind selbst gerade dabei, frisches Geld zu akquirieren“, kommentiert Götz Hoyer, der bei der Münchener Beratungsgesellschaft Fleischhauer, Hoyer & Partner für das Panel verantwortlich ist.
Von den 36 Venture-Capital-Gesellschaften, die am Panel teilnehmen, sind 24 Finanzierer von April bis Juni neue Beteiligungen eingegangen. Insgesamt tätigten sie 84 Investments – zwei mehr als im ersten Quartal 2007.
Dabei wurden insgesamt 35 sogenannte A-Runden getätigt, also Finanzierungen bei denen ein Jungunternehmen erstmals Wagniskapital erhält. Die übrigen Beteiligungsfälle verteilen sich gleichmäßig auf Zweit-, Dritt- und Viertrunden-Finanzierungen.
Abgelehnt wurden Beteiligungsanfragen vor allem wegen fehlenden Marktpotenzials, weil das Managementteam nicht überzeugen und/oder das Unternehmen noch keinen Prototyp vorweisen konnte. Häufig hängt ein negativer Bescheid auch mit Eigenheiten der Technologie oder des Marktes zusammen: Der potenzielle Investor sieht mittelfristig keine Chance, sich von seiner Beteiligung wieder zu trennen, sei es durch einen Börsengang oder den Verkauf an ein Industrieunternehmen. Im Branchenjargon spricht man in solchen Fällen von fehlender Exitperspektive (siehe auch Grafik).
Auffällig am Ergebnis der aktuellen Panelrunde: Die öffentlichen Investoren, wie die KFW Bankengruppe, der High-Tech Gründerfonds oder Bayern Kapital, haben sich zuletzt deutlich zurückgehalten. Sie investierten nur 33 Mal in junge Firmen nach 40 Investments im ersten Quartal. Private Wagniskapitalfonds bauten hingegen ihre Beteiligungen um gut ein Viertel auf 51 Finanzierungen aus.
Die größten Finanzierungsprobleme haben hierzulande noch immer Unternehmen während und kurz nach der Gründung. VC-Experte Götz Hoyer: „Nur etwa jeder zweite private Wagnisfinanzierer investiert überhaupt in der SeedPhase. Den meisten Fonds ist das Risiko zu hoch. Hinzu kommt der aus Investorensicht hohe Betreuungsaufwand.“
Aktivste private VC-Gesellschaft im zweiten Quartal war mit acht Investments und einem investierten Kapital von 23 Mio. € TVM Capital Partners. Es folgten bmp (6 Investments), Wellington Partners (5) und holtzbrinck networXs (5).
Attraktivster Sektor war wieder einmal die Biotech-Branche. Insgesamt wurden 18 Investments mit einem Volumen von 30 Mio. € gemeldet. Hoch im Kurs stehen bei Wagnisfinanzierern außerdem Softwareunternehmen sowie Firmen aus Elektronik/Elektrotechnik. In beide Sektoren flossen jeweils gut 14 Mio. €. Auf dem vierten Platz landete der Bereich Internet-Services. In ihn wurde in den vergangenen drei Monaten knapp 13 Mio. € investiert.
Bei der regionalen Verteilung der Investments schnitt erneut Bayern am besten ab. 17 % aller Beteiligungen entfielen auf Firmen aus dem Freistaat. Auf die Plätze zwei und drei kamen Berlin mit 13 % und Nordrhein-Westfalen mit 12 % aller Beteiligungsfälle. Etwa jede vierte Beteiligung gingen deutsche Wagnisfinanzierer im Ausland ein.
Rückläufig war im abgelaufenen Quartal die Zahl der Beteiligungsverkäufe: Nach dem Rekord von 36 Exits im Vorquartal, meldeten die Panelmitglieder diesmal 22 Exits. Davon entfielen neun auf den Verkauf von Beteiligungen an Industriefirmen (Trade Sales). In zehn Fällen verkauften die befragten Wagnisfinanzierer Unternehmensanteile im Zuge eines Börsengangs oder an bereits börsennotierten Beteiligungen. Im ersten Quartal hatten sie noch 15 Fälle gemeldet. Nur eine einzige Beteiligung musste komplett abgeschrieben werden. Im Vorquartal hatte es noch sieben Totalausfälle gegeben. ps

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