press
Press Clippings



28.04.2006
  Venture Capital-Panel - Ergebnisse des 1. Quartals 2006: Wagniskapital - Licht und Schatten
 

VDI nachrichten, München, 28. 4. 06, ps –
Während sich das Kreditklima für Mittelständler in den vergangenen Monaten deutlich verbessert hat, halten sich die deutschen Wagnisfinanzierer mit Kapitalbeteiligungen an jungen Hightech-Firmen noch zurück – so das aktuelle Venture Capital Panel für das 1. Quartal 2006.

Ein durchwachsener Start ins neue Jahr: Im 1. Quartal 2006 sind die deutschen Wagnisfinanzierer 69 Investments mit einem Volumen von 100 Mio. € eingegangen – ein deutliches Minus verglichen mit dem Vorquartal (78 Investments/Volumen 133 Mio. €).

Doch es gibt auch erfreuliche Nachrichten: Deutlich zugenommen hat nämlich die Zahl der A-Runden, also der erstmaligen Wagnisfinanzierung eines jungen Unternehmens. Von Januar bis März gab es 26 A-Runden. Auch wenn man berücksichtigt, dass mit zehn ein Großteil dieser Finanzierungsrunden durch den Hightech-Gründerfonds und die KfW getätigt wurden, geht noch immer ein signifikanter Anstieg auf das Konto privater VCs zurück. Diese investierten im letzten Quartal nämlich nur acht Mal in die ganz frühe Phase.

Zu diesem Ergebnis kommt das aktuelle Venture Capital Panel von FHP Private Equity Consultants, München, und den VDI nachrichten, an dem sich 39 führende deutsche Wagnisfinanzierer beteiligen.

Weitere Ergebnisse der Befragung:

– Welche Technologien hatten Konjunktur? Mit 43 Mio. € floss das meiste Kapital in Biotech-Unternehmen. Außerdem standen Soft- und Hardware mit jeweils 14 Mio. € im Fokus der Investoren. Auf Platz vier und fünf rangieren Elektrotechnik/Elektronik (12,6 Mio. €) und Medizintechnik (10,3 Mio. €).

– Wer investierte am meisten? Zu den aktivsten Venture Capital Gesellschaften gehörten im 1. Quartal TVM mit acht Investments, sowie Siemens Venture Capital und Target Partners mit je vier Investments. Zählt man die öffentlichen Kapitalgeber hinzu, so konnten erstmals der High Tech Gründerfonds mit sieben Investments und die KFW Bankengruppe mit 13 Investments die Frühphasenfinanzierung deutlich beleben. Mit Abstand am meisten Kapital investierten Ventizz Capital Partners. Der Düsseldorfer Wagnisfinanzierer pumpte insgesamt 21 Mio. € in drei junge Unternehmen.

– Was tat sich bei den Exits? Die Zahl der Exits ist im 1. Quartal 2006 deutlich zurückgegangen. Mit 18 lag sie unter dem Wert des Vorquartals (31) und wies damit die für das erste Quartal typische saisonale Schwäche auf. Die meisten Exits (9) erfolgten nach einem vorangegangenen Börsengang. Erfreulich: Abschreibungen mussten nur in fünf Fällen vorgenommen werden.

– Wo wurde investiert? Von den 69 Beteiligungen, die im 1. Quartal eingegangen wurden, entfiel rund ein Viertel auf ausländische Start-ups. Zwölf junge US-Firmen erhielten Kapital aus Deutschland sowie sechs Newcomer aus verschiedenen europäischen Ländern.

Unter den deutschen Bundesländern belegt Nordrhein-Westfalen mit zehn Investments den Spitzenplatz vor Bayern (9) und Baden-Württemberg (7).

– Wie wurden junge Hightechs bewertet? Deutsche Wagnisfinanzierer bewerteten Technologieunternehmen zum Zeitpunkt ihres Einstiegs in den letzten drei Monaten durchschnittlich mit 5 Mio. €. Life-Science-Unternehmen wurden mit durchschnittlich 9 Mio. € bewertet.

Das derzeitige Bewertungsniveau ist nach wie vor günstig und entspricht in etwa dem Durchschnitt der vergangenen Jahre – die meisten befragten Investoren erwarten jedoch steigende Bewertungen innerhalb der nächsten Monate.

– Wie lange halten VCs die Beteiligung? Die Haltedauer einer Beteiligung wird von den Panelteilnehmern mit vier bis sechs Jahren kalkuliert. Dann sollte per Trade Sale das Unternehmen verkauft oder aber an die Börse gebracht werden. Bis ein Start-up reif ist für den Exit kalkulieren die Finanzierer eine Gesamtinvestitionssumme von rund 7 Mio. €, im Falle von Life-Science-Unternehmen müssen gar 18 Mio. € investiert werden. PETER SCHWARZ








   


 
Top