press
Press Clippings



03.02.2006
  Venture Capital-Panel - Ergebnisse des 3. Quartals 2005: Portfolio-Pflege auf dem Programm
 

VDI nachrichten, Düsseldorf, 3. 2. 06, ps – Licht und Schatten auf dem deutschen Wagniskapitalmarkt: Im letzten Quartal 2005 floss mehr Geld in junge Hightechs, auch die Zahl der Deals nahm zu. Doch die Wagnisfinanzierer pumpten ihre Mittel vor allem ins eigene Portfolio. Newcomer wurden kaum bedacht. So das Ergebnis des aktuellen Venture Capital Panels.

Hightech-Unternehmer, die sich das erste Mal um Venture Capital bemühen, haben noch immer schlechte Karten. Nur sechs deutsche Start-ups konnten in den letzten Monaten des vergangenen Jahres einen Beteiligungsvertrag abschließen. Im 3. Quartal 2005 hatten neun Firmen eine Anschubfinanzierung (A-Runde) erhalten.

Nach den Zahlen, die das Münchener Beratungsunternehmen FHP für das Venture-Capital-Panel ermittelt, hat sich die deutsche Hightech-Szene noch immer nicht vom Platzen der New-Economy-Blase erholt. Gemessen an der Zahl der investierten Start-ups geht es sogar weiter bergab: 2005 sank die Zahl der Deals auf 249 – in den Vorjahren hatten noch weit über 300 Unternehmen Kapital erhalten.

Wagnisfinanzierer und Marktbeobachter sprechen dennoch von einer Konsolidierung der Branche. Und das zu Recht. Aus den Fehlern der Vergangenheit haben die meisten Investoren nämlich gelernt. Bei der Auswahl und Betreuung von Beteiligungsfirmen wird professioneller gearbeitet denn je.

Auch bei den Start-ups registrieren die VC-Gesellschaften Positives. Die Qualität der eingereichten Businesspläne hat sich deutlich verbessert, hört man allenthalben.

Hoffnung weckt auch, dass im vergangenen Jahr Wagnisfinanzierer deutlich mehr Unternehmen aus ihren Portfolios verkauft (Trade Sales) oder an die Börse gebracht haben – wer vor Jahren in VC-Fonds investiert hat, kann also in vielen Fällen mit einer angemessenen Rendite rechnen.

Das wiederum macht die Anlageklasse insgesamt wieder attraktiver. Viele VC-Gesellschaften nutzen deshalb die Gunst der Stunde, um bei Versicherungen, Banken, Family Offices und Fondsgesellschaften frische Mittel für Hightech-Fonds einzuwerben. Schon im vergangenen Jahr wurde ein halbes Dutzend Fonds für Frühphasenfinanzierungen geschlossen.

Entsprechend optimistisch blicken die 42 im Panel befragten Wagnisfinanzierer ins Jahr 2006. Mehr als zwei Drittel von ihnen wollen häufiger investieren als 2005. Jede zweite VC-Gesellschaft hat außerdem vor, mehr A-Runden abzuschließen. Neben den klassischen Sektoren, Software und Biotech, wächst dabei das Interesse an Firmen aus der Medizintechnik.

Wie ging das vergangene Jahr zu Ende? Hier die wichtigsten Daten zum 4. Quartal 2005:

Investitionen: Die 42 Panelteilnehmer meldeten 77 Investments mit einem Gesamtvolumen von 133 Mio. € – ein deutliches Plus gegenüber dem 3. Quartal, das lediglich 58 Beteiligungen und ein Volumen von 88 Mio. € verzeichnete. Im Vordergrund stand im Schlussquartal die Pflege der Portfolios. Mehr als 80 % aller Finanzierungen waren Folgeinvestments in bestehende Beteiligungen.

Technologien: Das meiste Wagniskapital (28%) floss in die Biotechnologie. Internet-Services (18%) und Software (12%) landeten auf den Plätzen zwei und drei. Deutlich stärker bedacht als in den Vormonaten wurden Neue Materialien, auf die gut 7% aller investierten Mittel entfielen.

Investoren: Mit jeweils sieben Beteiligungen waren Wellington Partners und Earlybird die aktivsten Investoren im letzten Quartal 2005. Das meiste Kapital investierten 3i (25 Mio. €) und MIG (17 Mio. €).

Exits: Die Panelteilnehmer meldeten 31 Exits. In zehn Fällen wurden Anteile über die Börse verkauft, sieben Mal wurden Beteiligungsfirmen an andere Unternehmen verkauft. Lediglich drei Unternehmen mussten abgeschrieben werden – der niedrigste Wert der vergangenen vier Jahre. ps





   


 
Top